Off Road Award: Mercedes-Benz Unimog ist Geländewagen des Jahres 2010

Bereits zum sechsten Mal in Folge ist der Mercedes-Benz Unimog von den Lesern der Fachzeitschrift Off Road zum besten Geländewagen des Jahres in der Kategorie „Sonderfahrzeuge“ gekürt worden. Die Auszeichnung „Geländewagen des Jahres 2010 – Kategorie Sonderfahrzeuge“ erfolgte auf Basis der in der Dezember-Ausgabe des traditionsreichen Münchner Allrad-Magazins in insgesamt acht Kategorien zur Wahl gestellten geländegängigen Fahrzeuge.
Gelobt wurden seine charakteristischen Produktmerkmale wie das Konzept überragender Geländegängigkeit mit Portalachsen und enormer Verwindungsfähigkeit in Kombination mit höchster Robustheit und Solidität.

Das damals geprägte Konzept des Unimog hebt ihn bis heute von anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen ab.
Geboren in harten Zeiten nach Ende des Zweiten Weltkriegs, zählt der Alleskönner bis heute zu den lebenden Legenden der Automobilgeschichte.
Geblieben ist bis heute sein Grundkonzept: Vielseitigkeit, Geländetauglichkeit, Portalachsen und Differenzialsperren, ein kompaktes Fahrerhaus, Robustheit und seine vielseitigen Anbaumöglichkeiten diverser
Geräte.
Das Universal Motor Gerät, liebevoll Unimog getauft, schreibt seit 1945 Automobilgeschichte.

Zeit für einen Rückblick…

  • 1945 – erste Zeichnung – der Grundstein
    Erste Zeichnungen von Albert Friedrich, ehemals Leiter der Flugmotorenkonstruktion von Daimler Benz, erwecken den Unimog zum Leben. Die Bezeichnung „Universal Motor Gerät“ wird jedoch erst später geprägt. Mit einem engagierten Team geht das neue landwirtschaftliche Gefährt in die Entwicklungsphase.
  • 1948 – Ein Klassiker geht in Serie
    Die Serienfertigung beginnt 1948 beim Maschinenbauunternehmen Gebrüder Boehringer. Als Markenzeichen des „Boehringer-Unimog“ ziert ein Ochsenkopf mit Hörnern in „U-Form“ das Fahrzeug.
  • 1950/1951 – Übernahme durch Daimler-Benz
    Für die notwendigen Stückzahlen werden immer mehr Investitionen benötigt und so übernimmt im Herbst 1950 Daimler- Benz das Projekt und startet 1951 die Fertigung.
  • 1953 – Baureihe 401/402 – Der Unimog trägt Stern
    Mit dem anfänglichen Einheitsmodell ist es auf Dauer längst nicht getan, durch Weiterentwicklung wächst der Unimog 1953 zur Baureihe 401/402.
    Seit 1953 trägt der Unimog den Mercedes Stern, im gleichen Jahr wird die ursprüngliche Kabine durch ein geschlossenes Fahrerhaus ersetzt.
  • 1955 – Baureihe 404 – Unimog S
    Zwei Jahre später beginnt die Kariere des Unimog S (Baureihe 404). Er erfreut sich vor allem beim Militär großer Beliebtheit und findet später auch viele zivile Abnehmer. Der Bestseller der Unimog- Geschichte wird bis 1980 gefertigt.
  • 1956 – Baureihe 411
    Auch der Basis-Unimog 401/402 kennt keinen Stillstand: 1956 steigt seine Motorleistung von 25 auf 30 PS; die Bezeichnung ändert sich in Unimog 411.
  • 1961 – Rekordverdächtig
    Im Mai 1961 rollt der 50 000. Unimog in Gaggenau vom Band. Der Ur-Unimog ist als Modell so unaufhaltsam wie seine Fahreigenschaften im Gelände: Die Motorleistung steigt Schritt für Schritt
  • 1963 – mittere Baureihe 406
    Ab 1963 gesellt sich unter dem Zahlencode 406 erstmals eine mittlere Baureihe hinzu.
    Erstmals halten größere Dieselmotoren Einzug. 65 PS Vierzylinder und der legendäre Sechszylinder-Dieselmotor OM 312 mit 5,7 Liter Hubraum.
    Nach seiner PS-Zahl ist der neue Unimog auch als U 65 bekannt. Ab 1966 kommen U 70 und später U80 und U84 hinzu.
  • 1966 – Im Mai 1966 fertigt Daimler-Benz den 100 000. Unimog
    Parallel dazu baut Daimler-Benz die Baureihe 416 mit 2900 Millimeter Radstand auf, entsprechend dem Unimog S. Sie besteht zunächst aus dem U 80, der in den nächsten Jahren über U 90 und U 100 bis zum starken U 110 wächst.
    Zwischen den Ur-Unimog und die mittlere Baureihe platziert Daimler-Benz überdies die leichte Baureihe 421/403, später ergänzt durch die Reihe 413. Sie unterscheiden sich durch den Radstand und die Motoren, die einmal von Pkw abgeleitet sind (Reihe 421/U 40 mit 2,2 Liter Hubraum), und zum anderen vom Nutzfahrzeug stammen (403/U 54 mit 3,8 Liter Hubraum). Auch diese Modelle wachsen bis zu ihrer Ablösung 1977 kontinuierlich in ihrer Leistung.
  • 1972 – Das Brüderchen – MB-tracMB-Trac Familie
    So erfolgreich der Unimog auch ist, wird er in der Landwirtschaft mittlerweile nur noch am Rande eingesetzt. In diesem Bereich setzt Daimler-Benz 1972 zusätzlich auf ein weiteres Fahrzeug, den MB-trac. Der neue Ackerschlepper kreuzt die Unimog-Technik mit Allradantrieb und einer Kraftübertragung auf vier gleich große Räder mit der Optik eines Traktors: lange und sehr schlanke Motorhaube, dahinter eine eckige, hoch aufragende Fahrerkanzel. Im Unterschied zu herkömmlichen Traktoren ist sie allerdings zwischen den Achsen angesiedelt und rundum geschlossen – der MB-trac ist das Automobil unter den Traktoren. Aus dem anfänglichen MB-trac 65 und MB-trac 70 (später 700) entwickelt sich innerhalb weniger Jahre eine breite Palette bis hinauf zum bärenstarken MB-trac 1800. Ein echtes Erfolgsmodell wird trotzdem nicht daraus. Später führt Daimler-Benz den MB-trac mit den Landmaschinenaktivitäten von Deutz zusammen. Die Fertigung des MB-trac endet 1991.
  • 1974 – Baureihe 425
    Mit dem U 120 der Baureihe 425 krönt Daimler-Benz das Programm der vielseitigen Zug- und Arbeitsmaschinen durch eine zusätzliche schwere Reihe.
    Die Baureihe 425 beginnt mit 120 PS (kurz darauf 125 PS als U 125)
  • 1975 – Nachfolger der Legende
    Für die Bundeswehr beginnt ebenfalls 1975 die Fertigung der Baureihe 435 als Nachfolger des Mercedes-Benz Unimog S.v
  • 1976 – Baureihe 424
    Etwas weiter unten angesiedelt ist ab 1976 die Baureihe 424.
    Ab jetzt werden die Typenbezeichnungen neu sortiert.
    In der klassischen runden Form laufen die Modelle Unimog U600/L, U800/L, U900/L und U1000/L.
    Die neue eckige Form kennzeichnet die Modelle Unimog U 1000, U 1300/L, U 1500 und das Flaggschiff U 1700/L mit 124 kW (168 PS) Motorleistung.
    Der Buchstabe L steht für eine Ausgabe mit langem Radstand, denn die meisten Modelle sind inzwischen in zwei Radstandsvarianten zu bekommen.
    Laufen die Unimog mit rundem Fahrerhaus als leichte Baureihe, so teilen sich die neuen Baureihen mit eckiger Kabine nach ihrem zulässigen Gesamtgewicht in eine mittlere und schwere Baureihe, manche Motoren überschneiden sich – die Unimog- Nomenklatur ist nicht einfach zu verstehen.
    Und schließlich ergänzt immer noch der altbewährte Unimog S, wenn auch mit deutlich abnehmender Stückzahl, unverändert als einziger Benziner das Programm.
  • 1977 – 200.000. Unimog verlässt das Werk
    Mit Ausnahme des Einstiegsmodells verfügen zum Zeitpunkt der neuen Typenbezeichnung bereits alle Mercedes-Benz Unimog über Scheibenbremsen rundum – lange Jahre, bevor diese Sicherheitsausstattung bei Lastwagen üblich wird.v
  • 1985 – Die neuen Modelle 407 bis 437
    1985 bis 1988 erneuert Daimler-Benz mit den Baureihen 407, 417, 427 und 437 die gesamte Baureihe komplett. Basis ist das bekannte Fahrerhaus aus der mittleren und schweren Baureihe, das nun auch für die leichten Modelle eingeführt wird. Neue Radstände, Maße, Gewichte, Fahrwerke, Gewichte und Motoren ergeben unter dem Blech des Fahrerhauses komplett neue Fahrzeuge.
    Das Programm ist nach der Rundumerneuerung größer denn je, reicht vom kleinen und besonders handlichen Mercedes-Benz Unimog U 600 mit einer Leistung von 44 kW (60 PS) und 4,5 Tonnen Gesamtgewicht über unzählige Varianten nach neuerlichen Erweiterungen Anfang der neunziger Jahre bis hinauf zum Dreiachser U 2400. Seine Maschine holt aus sechs Liter Hubraum die neue Rekordleistung von 177 kW (240 PS). Der Zweiachser darf bis zu 14 Tonnen wiegen.
  • 1993 – Ein neuer Stern am Himmel
    Die Krönung des Programms ist ab 1993 der Unimog U 2450 L 6×6, ein allradgetriebener Dreiachser. Von solchen Modellen hatten die Entwickler des Ur-Unimog mehr als 40 Jahre zuvor mit Sicherheit nicht einmal zu träumen gewagt – allein ein Vergleich der Motorleistung lohnt: Sie hat sich beim neuen Topmodell gegenüber dem ersten Unimog fast verzehnfacht.
  • 2000 – Neue Unimog-Modelle U 300 – U 500
    Die neuen Unimog-Modelle U 300 – U 500 sprechen vor allem den Öffentlichen Dienst an. Eine spektakuläre Optik mit einer gleichermaßen funktionell wie attraktiv gestalteten Kabine aus Faserverbund-Werkstoffen, der in Sekundenschnelle von links nach rechts und retour wechselnde Arbeitsplatz namens VarioPilot, die neue Leistungshydraulik VarioPower und Motoren bis hinauf zu 205 kW (280 PS) – der neue Unimog für ein neues Jahrtausend kann mehr als je zuvor und erfüllt die unterschiedlichsten Wünsche einer heterogenen Kundschaft.
  • 2001 – Happy Birthday!
    Zwei Tage Feststimmung zum Unimog-Geburtstag. Vom 9.–10. Juni 2001 ist die nordbadische Stadt Gaggenau am Rande des Schwarzwalds in Festtagsstimmung; denn der Mercedes-Benz Unimog feiert seinen 50sten Geburtstag.
  • 2002 – Der erste Mercedes-Benz Unimog aus Wörther Produktion
    Am 02.08.2002 enden 51 Jahre Unimog-Bau (gleichbedeutend mit mehr als 320.000 Fahrzeugen) am Standort Gaggenau. Der Produktbereich Unimog/Sonderfahrzeuge stellt erstmalig auf der IAA Nutzfahrzeuge 2002 den hochgeländegängigen Unimog U 3000 – U 5000 der Öffentlichkeit vor.                                               Nach dem Motto: „Gaggenau isch Unimog. Unimog isch Gaggenau.“ entsteht in Gaggenau das Projekt Unimog-Museum, das schließlich am 03. Juni 2006 mit der Eröffnung des Museums Wirklichkeit wird.      Mehr Informationen hierzu: www.unimog-museum.com
  • 2003 – Fahren und Arbeiten ohne kuppeln
    Diese Sonderausstattung automatisiert alle Kupplungs- und Schaltvorgänge, sodass kein Kupplungspedal benötigt wird und die Gangermittlung automatisch erfolgt. Im Gegensatz zum Automatik-Getriebe kommt AutomaticShift® ohne Drehmomentwandler aus. Der Antriebsstrang des Unimog wird lediglich um Elektronik- und Stellglied-Bauteile ergänzt.
  • 2005 – Unimog U 500 Black Edition

    U500 Black Edition

    Geballte Kraft, gehüllt in schwarzen Lack. Gleich bei seiner Premiere auf der Dubai Motor Show im Dezember2005 machte der Unimog U 500 Black Edition eine glänzende Figur.

  • 2007 – Der neue Unimog U 20
    Ab Juni 2007 ist es so weit – der Verkauf des neuen Unimog U 20 beginnt.
    Neue Sonderausstattung für Unimog U 300 – U 500: Das ISOBUS-Bedienkonzept für innovative Kommunaltechnik. Durch ISOBUS entfällt der Ein- bzw. Ausbau verschiedener Bedienpulte ebenso wie die umfangreiche Verkabelung im Fahrerhaus für verschiedene Geräte.

Bis heute wächst die Faszination Unimog und schreibt weiter Geschichte. Wie ein Fels in der Brandung steht der Unimog für Mercedes wie der Stern der unsere Hauben ziert. Ein echter Benz, das steht fest.

Zum Weiterlesen:

60 Jahre Unimog

Unimog im Überblick

Quellen: www.mercedes-benz.de Geschichte des Unimog; www.media.daimler.com