Coupés von Mercedes-Benz verkörpern seit jeher Eleganz auf vier Rädern. Hinzu gesellt sich Exklusivität: Die Fahrzeuge wenden sich an eine Klientel, die sich bewusst für diese Karosserieform mit fließenden Seitenlinien und klassischer Weise zwei Türen entscheidet und die in ihrem Fahrzeug gewissermaßen die konsequente Fortsetzung ihres Lebensstils sieht, der oftmals von Schönheit und Eleganz geprägt ist.

Diese Eckwerte bestimmen auch die SEC-Coupés der Baureihe C 126, die Mercedes-Benz im September 1981 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main vorstellt. Sie basieren auf der S-Klasse Limousine der Baureihe 126 mit einer um 85 Millimeter gekürzten Bodengruppe. Dennoch sind die Coupés vollwertige Viersitzer.

Ihr Design macht sie unverwechselbar: Der damalige Chefstilist Bruno Sacco versieht die Fahrzeuge perfekt mit den Linien der damaligen Zeit und fügt sie harmonisch in das Mercedes-Benz Personenwagen-Portfolio ein. So wird mit dem horizontalen Kühlergrill mit großem Zentralstern ein Designelement aufgegriffen, das seit den 1950er Jahren und dem legendären Flügeltürer-Coupé vom Typ 300 SL ein Merkmal der großen Coupés von Mercedes-Benz ist. Insgesamt sind die Coupés der Baureihe C 126 ein Bravourstück in punkto Design: Sie wirken durch ihre zeitlose Eleganz auch heute noch attraktiv und begehrenswert.

Heute noch attraktiv und begehenswert

Innovationsträger ihrer Zeit

Hoher Werterhalt als Moderner Klassiker

Das elegante Aussehen paart sich bei den Coupés beispielsweise mit exklusiver Ausstattung, leistungsstarken Motoren und bester Sicherheit – somit zu einem Erlebnis, das Komfort aus allen Facetten des Automobilbaus heraus bietet: Selbst lange und längste Strecken lassen sich mit dem Coupé mühelos zurücklegen. Dafür sorgen das aufwändige Fahrwerk, das bis auf Detailänderungen der S-Klasse entspricht, das Interieur mit bester Ergonomie und feiner Anmutung in allen Details und auch der Antrieb. Es gibt die Coupés ausschließlich mit Achtzylinder-Motoren. Vom Start weg sind es die Typen 380 SEC und 500 SEC. Die im Jahr 1985 erfolgte Modellpflege ersetzt den 380 SEC durch den Typ 420 SEC, modifiziert den 500 SEC und bringt, als spektakulärste Neuheit, zusätzlich den Typ 560 SEC. Mit der Modellpflege kommen auch Abgasreinigungsanlagen mit geregeltem Katalysator.

Sicherheitstechnisch stehen die Coupés der Baureihe C 126 auf der Höhe ihrer Zeit. Ihre Karosserie ist nach neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konstruiert. Ein bemerkenswertes Ausstattungsdetail sind elektrisch betätigte Gurtbringer, die zum serienmäßigen Lieferumfang der SEC-Typen gehören. Auf Wunsch sind außerdem ein Airbag für den Fahrer und ein Gurtstraffer für den Beifahrer lieferbar. Der Beifahrer-Airbag ist von 1985 an erhältlich. Systeme wie das Automatische Sperrdifferenzial (ASD) oder die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) sorgen für beste aktive Fahrsicherheit.

Werterhalt statt Wertverlust

Das Angebot an Coupés mit dem begehrenswerten Kürzel SEC in der Typenbezeichnung ist umfangreich. Zwar sind es mittlerweile durchweg ältere Fahrzeuge, doch gut erhaltene Exemplare sind immer wieder zu finden. Und hohe Laufleistungen sind für die Achtzylindermotoren bei regelmäßiger Wartung auch kein Problem. Doch es gibt ja auch Fahrzeuge mit Herstellergarantie: Mercedes-Benz Young Classics hat immer wieder Autos im Angebot, die in einem überdurchschnittlichen Zustand sind und für die deshalb eine Gewährleistung übernommen wird – einzigartig in der Automobilbranche.

Wer heute ein Coupé der Baureihe C 126 als Modernen Klassiker fährt, schätzt sicherlich Dinge wie die vollkommene Alltagstauglichkeit, den hohen Fahrkomfort, das elegante Aussehen und die Exklusivität. Ein weiterer Trumpf ist, dass der Wert bei ordnungsgemäßer Wartung und guter Pflege zumindest nicht mehr sinkt, also so gut wie kein Wertverlust mehr stattfindet. In vielen Fällen steigt der Fahrzeugwert sogar über die Jahre.

Beim Erhalt hilft die vorzügliche Ersatzteileversorgung von Mercedes-Benz: Nahezu jedes Teil ist über den Mercedes-Benz Partner und das unternehmenseigene Bestellsystem zu beziehen, die Lieferung erfolgt meist über Nacht. Und einige Vertragswerkstätten sind sogar zum Classic Partner ernannt – sie haben eine herausragende Kompetenz für ältere Fahrzeuge. Nicht von ungefähr gilt für sämtliche Fahrzeuge der Marke die Devise „Service ein Leben lang“.

Fast genau zehn Jahre nach der Markteinführung der Coupés der Baureihe C 126 wird die Produktion Ende 1991 eingestellt. Die Gesamtstückzahl von 74 060 gebauten Exemplaren vermittelt einen Eindruck von dem hohen Beliebtheitsgrad der Modellfamilie. Das am häufigsten verkaufte Modell ist der Typ 500 SEC mit 30 184 Exemplaren. Die deutlich seltenste Variante ist der 420 SEC mit nur 3 680 Einheiten. Unabhängig von der Motorisierung ist jeder einzelne eine Legende seiner Epoche.

Eng verwandt mit den Limousinen der S-Klasse (Baureihe 126)

Die Katalysatortechnik hält Einzug in die Abgasanlage

Seltenste Variante ist der Typ 420 SEC mit nur 3680 Stück

„Traditionsgemäß baut Mercedes-Benz den Sondertyp eines Automobils, das sich vor anderen Modellreihen durch hohe Individualität auszeichnet: das Coupé.“ So eröffnet die Marke den Prospekt zu den Coupés der Baureihe C 126. „Das Mercedes-Coupé verkörpert den seltenen Typus eines kultiviert sportlichen Automobils. Denn seine Sportlichkeit bedeutet nicht Verzicht auf Komfort und Sicherheit. Vielmehr kommen seine sportlichen Fahrzeugattribute zu allen jenen Eigenschaften, die jeden Mercedes auszeichnen. Das neue Coupé ist ein Fahrzeug, mit dem man eine Strecke seines Weges auf die anspruchsvollste Weise zurücklegen kann.“

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main im September 1981 präsentiert Daimler-Benz als Coupé-Varianten die Typen 380 SEC und 500 SEC. Die neue Coupé-Generation basiert auf der S-Klasse Limousine und nicht, wie die vorherigen SLC-Modelle, auf einem SL-Modell. Eine Sechszylinder-Variante analog zum Typ 280 SLC wird nicht angeboten. Die V8-Motoren, prinzipiell bereits von den Limousinen und den SLC-Modellen bekannt, hat man im Rahmen des „Mercedes-Benz Energiekonzepts“ zur Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung gründlich überarbeitet.

Neben einem Erhöhen der Verdichtung stehen Nockenwellen mit geänderten Steuerzeiten, luftumspülte Einspritzventile und eine elektronische Leerlaufregelung auf der Liste der Verbesserungen. Aufgrund der geänderten Nockenwellenabstimmung kann das Drehmomentmaximum in Richtung der niedrigeren Drehzahlen verschoben und im Falle des 3,8-Liter-Motors sogar erhöht werden. Dieses Aggregat ist besonders tiefgreifend modifiziert worden: Um ein günstigeres Volumen-Oberflächenverhältnis zu erhalten, sind die Bohrung reduziert und der Hub erhöht worden.

Der modifizierte 3,8-Liter-V8 hat damit einen geringfügig vergrößerten Hubraum. Bei beiden Achtzylindern müssen, gewissermaßen als Ausgleich für die deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit, geringe Leistungseinbußen in Kauf genommen werden. Die Hinterachsübersetzung wird in beiden Fällen der veränderten Motorcharakteristik angepasst. Die Summe der Maßnahmen reduziert den Kraftstoffverbrauch der SEC-Coupés im Vergleich zu ihren Vorgängertypen deutlich.

Aufwändiges Fahrwerk für Komfort und Sicherheit

Das Fahrwerk entspricht bis auf Detailänderungen den zugrundeliegenden Limousinen. Wie diese haben auch die Coupés eine Doppelquerlenker-Vorderachse sowie eine Schräglenker-Hinterachse mit Anfahrmomentabstützung. An den Vorderrädern sind die SEC-Coupés erstmals mit Faustsattel-Scheibenbremsen ausgerüstet, welche die Verwendung größerer Bremsscheiben gestatten und den Bremszylinder auf der besser gekühlten Radinnenseite haben.

Auch die Bodengruppe stammt prinzipiell von der Limousine, wenngleich sie um 85 Millimeter gekürzt ist. Der Radstand ist damit 30 Millimeter länger als bei der Vorgängerbaureihe, der Fahrgastraum merklich geräumiger. Die Karosserie ist nach neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konstruiert, unterstützt von flankierenden Maßnahmen, die bereits bei der Limousine angewendet werden: Zur Kompensation der fehlenden Mittelsäulen ist die Dachrahmenstruktur verbessert, und die A-Säulen sind mit eingeschweißten hochfesten Rohren versehen. Damit entsprechen auch die Coupés dem hohen Sicherheitsstandard der S-Klasse Limousinen.

Ein interessantes Ausstattungsdetail stellen elektrisch betätigte Gurtbringer dar, die zum serienmäßigen Lieferumfang der SEC-Typen gehören und die Aufgabe haben, den Sicherheitsgurt ins Blickfeld und in eine für Fahrer respektive Beifahrer gut erreichbare Position zu bringen. Auf Wunsch sind außerdem ein Airbag für den Fahrer und ein Gurtstraffer für den Beifahrer lieferbar.

Das Design der neuen Coupés orientiert sich ebenfalls an den Viertürern, verwendet aber, gewissermaßen als Relikt der SLC-Ära, den SL-typischen horizontalen Kühlergrill. Die ausgesprochen elegante und harmonische Formgebung findet von Beginn an allgemein großen Anklang und macht das SEC-Coupé zu einem der schönsten Autos der Nachkriegszeit. Die beiden Stoßfänger sowie die seitlichen Flankenschutz-Leisten sind analog zu den Limousinen gestaltet; allerdings ist die Frontschürze etwas weiter herabgezogen und enthält Nebelscheinwerfer. Ein bemerkenswertes Konstruktionsdetail sind die aerodynamisch optimierten Türgriffmulden, die eine Verschmutzung der Türgriffe weitgehend verhindern. Ohnehin ist die Aerodynamik des Fahrzeugs insgesamt optimiert, etwa für einen geringen Treibstoffverbrauch. So liegt der Luftwiderstandsbeiwert bei allen Typen bei cW=0,34. Einzige Ausnahme ist der Typ 560 SEC, bei dem er aufgrund der breiteren Reifen cW=0,35 beträgt.

Dezentes Facelift und neue Motoren

Vier Jahre nach der Präsentation der SEC-Coupés kommt eine umfangreiche Modellpflege, so dass im September 1985, wiederum auf der IAA in Frankfurt, ein komplett überarbeitetes Typenprogramm der S-Klasse Limousinen und Coupés vorgestellt wird. Neben dezenten Retuschen am Äußeren, die primär die Stoßfänger, den Flankenschutz und die Räder betreffen, wird vor allem die Motorenpalette umstrukturiert.

Neu im Programm ist ein V8-Motor mit 4,2 Liter Hubraum, der durch Aufbohren des 3,8-Liter-Aggregats entstanden ist und dieses nun nicht nur im SEC-Coupé, sondern auch in der S-Klasse Limousine und im SL ablöst. Der 5,0-Liter-Motor ist ebenfalls modifiziert; er hat jetzt eine elektronische Zündanlage und eine elektronisch-mechanisch gesteuerte Einspritzanlage Bosch KE-Jetronic und entwickelt eine Leistung von 180 kW.

Die spektakulärste Neuheit in der Motorenpalette ist ein 5,6-Liter-Achtzylinder, der aus dem 5,0-Liter-V8 durch Verlängerung des Hubs entwickelt worden ist und eine Leistung von 200 kW mobilisiert. Auf Wunsch gibt es sogar eine noch höher verdichtete Ausführung, die stolze 221 kW entfaltet, jedoch nicht mit einer geregelten Abgasreinigungsanlage kombiniert werden kann. Aber auch ohne Katalysator erfüllt diese sogenannte „ECE-Version“ die von der Europäischen Wirtschaftskommission ECE festgelegten Abgasgrenzwerte. Die mit dieser Motor-Variante ausgerüsteten Typen 560 SEC und 560 SEL sind zum Zeitpunkt ihres Erscheinens die leistungsstärksten bis dahin gebauten Mercedes-Benz Serien-Personenwagen.

Auf Wunsch mit Katalysator

Für alle Coupé-Varianten der überarbeiteten Modellpalette mit Ausnahme des 560 SEC in ECE-Version steht auf Wunsch eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator zur Verfügung. Serienausführung ist die sogenannte „RÜF-Version“, bei der das Fahrzeug ohne Katalysator und Lambdasonde, aber mit dem multifunktionalen Gemischaufbereitungs- und Zündsystem ausgeliefert wird. Eine Nachrüstung mit dem geregelten Katalysator kann bei einem „Rückrüstfahrzeug“ jederzeit und ohne Probleme vorgenommen werden.

Diese Regelung gestattet dem Kunden größtmögliche Flexibilität, den Zeitpunkt der Umrüstung betreffend – in Anbetracht der zunächst noch nicht flächendeckenden Versorgung mit bleifreiem Kraftstoff ein nicht unerheblicher Vorteil. Von September 1986 an gehört der geregelte Katalysator bei allen Mercedes-Benz Personenwagen mit Otto-Motor zur Serienausstattung; die Rückrüstfahrzeuge sind – mit entsprechendem Preisabschlag – bis August 1989 auf Wunsch weiterhin lieferbar.

Das Fahrwerk der modellgepflegten Typen ist nicht grundlegend geändert. Allerdings sind einige Details der Hinterachskonstruktion modifiziert, um Fahrkomfort und Laufruhe weiter zu verbessern. Außerdem sind alle Coupés und Limousinen der Baureihe 126 nun mit größeren Rädern (Durchmesser: 38,1 Zentimeter) und dementsprechend größeren Bremsen ausstattet. Das Design der auf Wunsch lieferbaren Leichtmetallräder, die nur beim 560 SEC zur Serienausstattung gehören, ist aktualisiert und der Kompaktklasse- und Mittelklasse-Baureihe angepasst.

Design mit Funktion

Die übrigen stilistischen Änderungen, die den verbesserten Modellen der Baureihe 126 zuteil geworden sind, dienen nicht nur der Aktualisierung des Designs, sondern sind auch aus handfesten technischen Gründen erfolgt. Durch tiefer herabgezogene Schürzen kann der Auftrieb vorn weiter verringert und die Luftabströmung hinten verbessert werden. Dadurch gelingt es, die Fahrstabilität bei schneller Fahrweise nochmals zu erhöhen – ein Aspekt, der vor allem im Hinblick auf die Fahrleistungen des neuen Topmodells vom Typ 560 SEC von Bedeutung ist.

Die seitlichen Schutzleisten sind nun glattflächig gestaltet und nicht mehr wie bisher mit Rillen versehen; wie das Stoßfängersystem reichen sie jetzt weiter herab, inklusive zusätzlicher Längsträger-Verkleidungen. Da das 5,6-Liter-Coupé im Unterschied zu seinen weniger leistungsstarken Schwestermodellen serienmäßig mit breiten Reifen der Dimension 215/65 VR 15 ausgerüstet wird, sind Bugschürze und Kotflügelwulst in der Form geändert, um an den Vorderrädern den nötigen seitlichen Freigang zu erzielen.

Im September 1987 werden leistungsgesteigerte Varianten aller V8-Motoren eingeführt. Die Verdichtung ist in allen Fällen auf 1:10 erhöht, und mit flankierenden Maßnahmen kann die Leistung je nach Modell um 6 bis 10 Prozent gesteigert werden. Noch deutlicher fällt der Effekt bei den katalysatorbestückten Varianten aus; durch Optimieren der Abgasreinigungsanlage ist es gelungen, die vom Katalysator verursachten Leistungsverluste deutlich zu reduzieren. Die ECE-Version des 5,6-Liter-V8 kann ersatzlos entfallen, nachdem die RÜF-Ausführung infolge der Leistungskur nun auch 221 kW mobilisiert.

Im September/Oktober 1991, fast genau zehn Jahre nach Markteinführung der SEC-Coupés, wird die Produktion eingestellt. Die Gesamtstückzahl von 74 060 gebauten Exemplaren vermittelt einen Eindruck vom hohen Beliebtheitsgrad der Modellfamilie. Das am häufigsten verkaufte Modell ist der Typ 500 SEC mit 30 184 Exemplaren. Die mit Abstand seltenste Variante ist der Typ 420 SEC mit nur 3680 Einheiten.

Produktionszahlen der Mercedes-Benz Baureihe C 126 (1981 bis 1991)

Typ / Stückzahl

380 SEC C 126 E 38 1980 – 1985 11.267
500 SEC C 126 E 50 1980 – 1991 30.184
420 SEC C 126 E 42 1985 – 1991 3.680
560 SEC C 126 E 56 1985 – 1991 28.929
560 SEC (ECE-Version) C 126 E 56 1.985 – 1.987 *

Gesamtzahl 74.060

* nicht separat dokumentiert