Daß Umweltfreundlichkeit und SUV irgendwie nicht wirklich zusammenpassen ist allgemein anerkannt. Doch vom Gegenteil will uns die letzte Werbe-PDF der Daimler AG überzeugen. Hierbei wird der Erwerb des TÜV-Zertifikats über die ISO-Norm 14062 ins rechte Licht gerückt.

In die Öko-Bilanz fließen nicht nur klassische Verbesserungen wie aerodynamisch optimierte Seitenspiegel, was sich in einem für diese Fahrzeugklasse hervorragenden Dragwert von 0,32 manifestiert oder ein „…reibungsoptimierter Antriebsstrang (4matic)…“, sondern vielmehr das gesamte „Leben“ des Autos ein.

Unter dem Begriff „Ganzheitliche Bilanzierung…“ versteht Daimler das Einbeziehen von Materialherstellung, Produktion, Nutzung und Recycling in die Umweltbilanz eines Autos. Die Datengrundlage stellt hierbei der GLK 220 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY mit 125 kW/170 PS starkem Vierzylindermotor.

Demnach ergeben die Berechnungen der Sachbilanz beispielsweise einen Primärenergieverbrauch von rund 726 Gigajoule (entspricht in etwa 220.666 kw/h!!!), einen Umwelteintrag von rund 49 Tonnen Kohlendioxid (CO2), etwa 15 Kilogramm Nichtmethan-Kohlenwasserstoffe (NMVOC), zirka 52 Kilogramm Stickoxide (NOX) und 40 Kilogramm Schwefeldioxid (SO2). In diesen Zahlen ist auch schon die „Verschrottung“ inbegriffen.

Der Recyclingfähigkeit wurde insgesamt eine Verwertbarkeit von 95 Prozent gemäß dem Berechnungsmodell nach ISO 22628 für die GLK-Klasse im Rahmen der Fahrzeug-Typgenehmigung nachgewiesen. Der sogenannte „Rezyklateinsatz“ beschreibt die Menge der Stoffe welche aus wiederverwerteten Teilen gewonnen wurden. Dieser liegt beim GLK bei 41 Kilo pro Fahrzeug und auch Material aus nachwachsenden Rohstoffen werden verbaut. Deren Anteil liegt bei immerhin 20,7 Kilo je Fahrzeug.

Wer jetzt meint das sich die Daimler-AG beim GLK ganz besondere Mühe in Sachen Umweltverträglichkeit gegeben hat irrt, denn aus dem Mercedes-Alphabet wurden auch A, B, C und die edle S-Klasse mit einem Umwelzertifikat des TÜV-Süd ausgezeichnet. Mercedes-Benz bleibt damit die weltweit einzige Automobilmarke mit einem Umwelt-Zertifikat gemäß ISO-Norm. Dies ist wegweisend für die Zukunft, und setzt Standards die von anderen Nationen und Herstellern unerreicht sind.

Offen bleibt jedoch die Frage ob wir wirklich 1,8 Tonnen schwere Geländewagen in der Stadt benötigen und wie man das rechtfertigen kann. Mit einer auf technologischem Vorsprung basierenden Grün-Image-Kampagne sicherlich nicht. Bei gleichem technologischem Stand ist die Herstellung eines Autos, das nur halb so schwer ist für die Umwelt logischerweise weniger schädlich.

Von der eingeschränkten Sicht für die anderen Verkehrsteilnehmer und der Inkompatibilität beim Crash ganz zu schweigen. Und wieso wird überhaupt die ganze Klimadiskussion auf den ohnehin reichlich geschröpften Steuerzahler abgewälzt, wo doch noch nicht mal 18% der CO2 Emissionen in Deutschland von Autos stammen? Platz 1 bis 3 werden immer noch von Gewerbe, Industrie und Haushalten belegt.

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Quellen: PDF „Life Cycle“-Daimler AG, media.daimler.com