Auf den ersten Blick hört sich eine Milliarde Verlust im zweiten Quartal nach einem Desaster an, aber immerhin ist der Verlust zum ersten Quartal um rund 426 Mio. EUR zurückgegangen. Sieht man sich dann die aktuellen Zahlen weiter an, so erkennt man eine große Summe die für die Altlast Chrysler fällig geworden ist, um genau zu sein musste Daimler 387 Mio. EUR in die Pensionskassen von Chrylser, Cerberus und US Pension Benefit Guaranty Corporation überweisen. Ein weiterer Sonderposten für die Trucksparte schlägt mit rund 220 Mio. EUR zu buche.

Rechnet man das nun gegen, kommt man auf einen Verlust von rund 401 Mio. EUR den Daimler regulär erwirtschaftet hat. Der Konkurrent BMW steht dieses Quartal mit rund 200 Mio. EUR Miesen auch nicht unbedingt viel besser dar.

Betrachten wir uns jetzt mal die Verkaufszahlen, dann stellt sich das im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

Der Absatz ist, im Vergleich zu 2008, um 31% eingebrochen. Wechselkursbereinigt bedeutet das einen Umsatzverlust von 27%. Dieses Quartal konnte Daimler nur insgesamt 391.500 Pkw und Nutzfahrzeuge absetzen.

Wenn wir uns die Marke Mercedes-Benz ansehen, so ist der Absatzverlust geringer, hier konnten dieses Quartal 287.200 Fahrzeuge abgesetzt werden (i. V. 354.000), das entspricht einem Rückgang von 19%.

Alles in Allem sieht es also gar nicht mehr so schlecht aus, zumindest die katastrophalen Ergebnisse des ersten Quartals scheinen sich nicht weiter fortzusetzen.

Zu schaffen macht Daimler vor allem die Trucksparte, dort ist der Absatz nach wie vor auf einem extrem schlechten Niveau, dieses Quartal sind die Verkäufe um 56% zurückgegangen.

Die Chrysleraltlasten machen die Sache auch nicht unbedingt einfacher. Es gibt zwar einen Beschäftigungspakt bis Ende 2011, allerdings scheint es bei den aktuellen Zahlen nur noch eine Frage der Zeit zu sein wann es zu Entlassungen kommen wird. Leider scheint es aktuell doch so daß einige Mitarbeiter unverschuldet für den teuren Chryslerausflug gerade stehen werden müssen.